Wenn St. Ägidius bläst ins Horn,
so heißt es: Bauer sä dein Korn...
Über das Leben des Kirchenpatron unserer Pfarrgemeinde ist nicht viel bekannt.
Nach Überlieferungen soll er Anfang des 8. Jahrhunderts in Athen geboren sein.
Er lebte als Einsiedler an der Rhonemündung in Südfrankreich und später
stand er einem von ihm gegrüdeten Kloster als Abt vor.
Das Grab des Heiligen befindet sich in St. Gilles bei Arles in Südfrankreich.
St. Ägidius gehört zu den 14 Nothelfern und gilt als Beschützer vor
Feuersbrünsten und Naturkatastrophen, Pest und Aussatz. Er ist der Patron
der Hirten, des Viehs und auch der stillenden Mütter.
Um den Heiligen ranken sich viele Legenden. Die bekannteste erzählt von der
Rettung einer Hirschkuh vor einer Jagdgesellschaft:
Auf der Suche nach noch größerer Einsamkeit gelangte St. Ägidius
in ein Waldstück nahe der Rhonemündung. Dort fand er eine Höhle und
eine kleine Quelle mir frischem Wasser. Drei Jahre lebte er hier im Gebet und nährte
sich von Kräutern. Hin und wieder erschien eine junge Hirschkuh von der er
reichlich Milch erhielt.
In dieser Zeit begab sich eine Jagdgesellschaft aus dem Gefolge des Gotenkönigs Flavius
in diese Gegend. Als sie die junge Hirschkuh sahen, vergaßen sie alles andere
Wild und hetzten ihre Hunde auf das prächtige Tier. In Todesangst lief
die Hirschkuh zur Höhle des Ägidius und röhrte als ob sie den
Heiligen in ihrer Not zu Hilfe riefe. Schnell kam dieser heraus sah das keuchende Tier
und hörte das Gebell der Hunde. Betend sank er in die Knie und legte einen
Arm um die Hirschkuh. Sie beruhigte sich und legte sich ihm zu Füßen.
Von den Hunden näherte sich keiner mehr als einen Steinwurf der Höhle und
die einbrechende Nacht zwang die Jäger zur Heimkehr.
Am nächsten Tag gingen sie wieder zur Jagd, doch alles begab sich wie am Tag zuvor.
Als dem König berichtet wurde, in seinem Wald würde es nicht mit rechten
Dingen zugehen, begab sich dieser höchstpersönlich und mit dem Bischof der
Stadt Nîmes zur Jagdgesellschaft hinzu.
Wie an den Tagen zuvor hetzten die Hunde die Hirschkuh zur Höhle des Gottesmannes.
Und wieder näherten sie sich nicht weiter als einen Steinwurf, sondern kamen mit
Geheul zurück. Doch diesmal umringten die Jäger auf Geheißß des Königs
den Ort. Mit Schwertern bahnten sie sich einen Weg durch das Gestrüpp und Dornicht.
Ein unbesonnener Jäger aber schoß einen Pfeil ab, um das Tier aus seinem
Versteck zu locken, doch traf er Sankt Ägidius der betend neben der Hirschkuh kniete.
Endlich gelangte die Jagdgesellschaft zum Eingang der Höhle und sahen den Heiligen
im Möchsgewand und schwer verwundet. Die Hirschkuh lag zu seinen Füßen.
Der König und der Bischof stiegen von ihren Pferden, gingen zu ihm und fagten wer er
sei und wer ihn so schwer verletzt habe.
Ägidius nannte seinen Namen und den Grund seiner Wunde. Da fielen sie vor ihm nieder,
baten um Vergebung und versprachen ihm Heiler und Arznei. Doch Ägidius betete, dass
nichts von alledem ihnen zur Schuld gerechnet würde. Die Arznei lehnte er ab.
Auch alle anderen Geschenke wies er freundlich zurück. Von ihm beeindruckt empfahlen
sich der König und der Bischof seinem Gebet und verabschiedeten sich von ihm.
Ägidius wollte seine Tugend in Schwachheit vollenden und bat den Herrn,
seine Wunde niemals verheilen zu lassen. Bald darauf entschlief er.
Von der Legende erzählt auch die Ägidiusfigur auf dem Hochaltar der
Pfarrkirche.
Am 1. Sept. bzw. am Sonntag danach begeht die Pfarrgemeinde das Fest ihres Kirchenpatrons.
Früher haben Salziger Familien öfter einem ihrer Söhne den Namen
Ägidius gegeben. Entsprechend der örtlichen Mundart wurden diese dann
Egi, Ägi oder Schidi gerufen.