Im Innern der Weilerer Kirche befindet sich an der Südwand, in Höhe des zweiten und dritten Fensters,
ein von gelben Bändern gerahmter spätgotischer Zyklus. Die figürlichen Malereien stellen Szenen aus der
Leidensgeschichte Christi dar.
Bei der Instandsetzung 1953 und der Erweiterung der Kirche wurden diese sowie weitere Wandmalereien
aufgedeckt, aber wieder zugestrichen und dabei zum Teil stark beschädigt. Die jetzt noch sichtbare
figürliche Malerei (Freskotechnik) wurde 1980/81 bei einer durchgreifenden Restaurierung der Kirche von
dem Kirchenmaler Daniel aus Geisenheim freigelegt und restauriert. Große Teile der Figurenzeichnung, vor
allem die Gesichtszüge, mussten dabei ergänzt und die Farbflächen ausretuschiert werden. Auch wurden die
Kontraste der Farbigkeit stark verändert. Der dokumentarische Wert der Malerei ist daher nur noch sehr gering.
Die traditionelle Freskomalerei ist eine Technik der Wandmalerei, bei der man ausschließlich naturbelassene
Materialien (angemischte Pigmentfarben, Erdfarben) verwendet. Die Farben werden auf den frischen Putz
aufgetragen, wobei sie in einer chemischen Reaktion mit dem Putz verkieseln und sich so unlöslich mit
dem Untergrund verbinden. Kalkmörtel bildet hierzu den Malgrund. Als Bindemittel wurden früher Marmormehl
und Lehmwasser verwendet. Der Künstler muss die Eigenschaften der Materialien genau kennen, denn die
aufgetragene Farbe auf den feuchten Putz lässt die endgültigen Farbnuancen erst erkennen, wenn das Fresko
getrocknet ist. Das fertige Wand- oder Deckenbild wird Fresko genannt. Diese Art der Malerei hat eine hohe
Haltbarkeit. So oder in ähnlicher Weise ist auch das Wandbild in der Filialkirche entstanden.
Es wird vermutet, das die Stilmerkmale, soweit sie noch vorhanden sind, ins 14./15. Jahrhundert weisen.
Die Wandmalereien sind erstmals 1876 bei den Wiederherstellungsarbeiten und der Neuausmalung der Kirche
erwähnt. Bei einer früheren Instandsetzung aus dem Jahre 1856 ist kein Hinweis auf eine Restaurierung
der Wandmalerei zu finden (Pfarrarchiv).